Angabe des Brutzeitcodes nicht vergessen!
Mit dem Beginn des Frühlings hat für viele Vogelarten die Brutzeit begonnen. In dieser Zeit ist es wichtig, dass alle Beobachtungen von
nicht ziehenden Vögeln durch den sog. Brutzeitcode präzisiert werden. Der Brutzeitcode erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft
der Beobachtungen sowie deren naturschutzfachlichen Wert. Er wird bundesweit anhand der Kriterien des EOAC (European Ornithological Atlas Committee)
ermittelt und zielt auf die Definition von Revieren und Brutnachweisen ab. Dies hat den Zweck, den Brutbestand einer
Art möglichst genau abzuschätzen. Der Brutbestand beinhaltet alle Individuen, bei denen davon auszugehen ist, dass sie an
der alljährlichen Reproduktion einer Art beteiligt sind. Dazu zählen alle Beobachtungen, die einem B- oder C-Nachweis zugeordnet
werden können, d. h. alle Brutverdachtsmomente bzw. Brutnachweise. In älteren Angaben sind häufig noch D-Nachweise zu finden,
die aber aufgrund der Einführung der neuen, international abgestimmten Kriterien nicht mehr verwendet werden sollten.
Alle Beobachter werden gebeten, ihre Meldungen für Ornitho, die Jahresberichte
der Fachgruppen bzw. des VTO und/oder das Artenmonitoring bzw. das Monitoring in
Zählgebieten soweit wie möglich durch Angabe des Brutzeitcodes zu ergänzen. Eine
Ausnahme bildet das Monitoring häufiger Brutvogelarten (MhB). Hier reicht es aus, nach der programmspezifischen Methodik zu
verfahren.
Erfassung der Bekassine
In diesem Jahr möchten VTO und NABU die Bekassine als Vogel des Jahres kartieren. Die Bestandserfassung orientiert
sich methodisch an den Richtlinien des Vogelmonitorings in Deutschland. Die Einzelheiten können im Kartierleitfaden
nachgelesen werden, den NABU, LBV und DDA herausgegeben haben. Dort ist auch ein Meldbogen zu finden, mit dem die Ergebnisse
dem Koordinator gemeldet werden können. Der Gesamtbestand der Bekassine wird in Thüringen auf nur noch
80 - 100 Paare geschätzt. Daher stellt die Kartierung eine wertvolle Grundlage für den Schutz dieser gefährdeten Wiesenvogelart
dar. Die Bekassine brütet vor allem in Mooren und feuchten Grünlandflächen. Dabei werden freie Gebiete mit nur wenigen
Bäumen bevorzugt. Insbesondere diese Flächen sollten gezielt kontrolliert werden. Für Fragen zur Kartierung bzw. zum Vorkommen
der Art steht Ihnen der Koordinator gerne zur Verfügung. Einen Entwurf für die Verbreitungskarte
der Bekassine finden Sie bei den Übersichten zum Thüringer Brutvogelatlas.
Kartierleitfaden Bekassine: pdf 0.3 MB
Erfassung von Schlafplätzen der Waldohreule
Waldohreulen neigen außerhalb der Brutzeit zur Gruppenbildung. Dabei spielen gemeinsame Schlafplätze im Winterhalbjahr eine bedeutende
Rolle. Die Besetzung der Winterschlafplätze hängt von der Anzahl der Brutpaare in der näheren Umgebung, vom Reproduktionserfolg
und dem Zuzug der Wintergäste aus Nord- und Nordosteuropa ab. In diesem Jahr möchten wir dazu aufrufen, Schlafplätze gezielt
aufzusuchen und die anwesenden Eulen zu zählen. Auf diese Weise hoffen wir, etwas zum Schutz der Schlafbäume beizutragen.
Außerdem möchten wir mehr Erkenntnisse zur Bestandsentwicklung dieser in Thüringen weit verbreiteten Eulenart erhalten.
Wir bitten alle Ornithologen/Kartierer, ihre Beobachtungen dem Koordinator mitzuteilen. Dafür sollte der nachstehende
Meldbogen verwendet werden.
Meldebogen Schlafplatzzählung: pdf 0.1 MB
Vogelschutzmaßnahmen an Freileitungen
Neben dem Anflug an Leiter- und Erdseilen stellt Stromschlag eine Gefahr für Vögel an Freileitungen dar. Dies betrifft vor allem große Vogelarten, die Maste bzw. Traversen von Mittelspannungsleitungen als Sitzwarte, Schlaf- oder Brutplatz nutzen. Aufgrund ihrer Körpergröße sind diese Arten in der Lage, Isolatoren zu überbrücken bzw. getrennt hängende Leitungsseile kurz zu schließen. Nicht selten geschieht dies beim Komfortverhalten, wenn Flügel oder Beine abgestreckt werden. Die Stromschlaggefahr kann durch geeignete Schutzmaßnahmen entsprechend der neu überarbeiteten VDE-Anwendungsregel (VDE-AR-N 4210-1) deutlich reduziert werden. Landesweit wurden rund 41.300 Masten als vogelgefährlich eingestuft. Davon sollen bis Ende 2012 über 21.000 entschärft werden. Dies betrifft alle Masten, die sich in SPA und/oder besonders gefährlichen Leitungsabschnitten befinden. Die restlichen rund 22.000 Masten sollen innerhalb der nächsten sechs Jahre entschärft werden. Der VTO bittet auch weiterhin gefährliche Leitungsabschnitte und tot aufgefundene Vögel der VSW Seebach zu melden.
Vogelmonitoring an Freileitungen
Auch in diesem Jahr wollen wir wieder Horste an Freileitungsmasten kartieren. Dies betrifft vor allem den Baumfalken, der seine Horste bevorzugt an Masten von Höchstspannungsleitungen errichtet. Der VTO ruft dazu auf, in diesem Jahr gezielt nach Horsten an Freileitungen zu suchen und an den Koordinator zu melden.
Mitmachen: Erfassung von Schwalben und Mauersegler
Rauch- und Mehlschwalbe sowie Mauersegler gehören zu den Gebäudebrütern, die im Rahmen des Monitorings häufiger
Brutvogelarten nur unzureichend erfasst werden können, da hier längere Zählstrecken und längere Beobachtungszeiten
erforderlich sind. Außerdem müssen die Grundstücke in der Regel betreten und Absprachen mit den Eigentümern getroffen werden.
Aus diesen Gründen hat sich der VTO entschlossen, ein gesondertes Programm zur Zählung von Schwalben
und Mauersegler zu starten. Wir hoffen auf eine breite Beteiligung. Die Zählergebnisse können formlos an den Koordinator
bis zum Ende des Jahres gemeldet werden.
Mitmachen: Beobachtungen bei Ornitho melden!
Unter dem Dach des VTO hat sich am 15.03.12 die Thüringer Steuerungsgruppe getroffen und
die Weiterentwicklung von Ornitho in Thüringen beraten. Neben der Benenung von
Regionalkoordinatoren wurde das Hinzufügen und die Bezeichnung weiterer Beobachtungspunkte diskutiert.
Darüber hinaus hat die Steuerungsgruppe den Weg für die Weitergabe der Daten an ausgewählte Personen und Institutionen frei gemacht.
Der VTO hofft, dass sich möglichst viele Thüringer Ornithologen an Ornitho.de beteiligen und ihre Beobachtungen
melden. Jeder Melder kann dort seine eigenen Beobachtung bequem verwalten, austauschen und kartografisch darstellen.
Darüber hinaus leistet er einen wichtigen Beitrag für die avifaunistische Arbeit des VTO und der Fachgruppen sowie die Naturschutzarbeit in Thüringen.
Neues Rundschreiben der Vogelwarten
Im Dezember 2012 ist das 45. Rundschreiben der Deutschen Vogelwarten erschienen. Ein pdf steht auf dieser Seite als Download zur Verfügung.Rundschreiben der Vogelwarten Nr. 45: pdf 0.1 MB
Termine
Der VTO möchte auf folgende Termine aufmerksam machen:
| Birdrace: | 04.05.2012 im Gebiet Deiner Wahl! |
| Internationale Uferschnepfentagung: | 25./26.09.2013 in Rees |
| 146. Jahresversammelung der DO-G: | 02. - 07.10.2013 in Regensburg |
| 50 Jahre Hiddenssee-Ring: | 08./09.03.2014 in Potsdam |
| VTO-Mitgliederversammelung und Jahrestagung: | 22./23.03.2014 in Mühlberg |
Ältere Mitteilungen finden Sie im: Nachrichtenarchiv





